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Adresse | Piazza della Bocca della Verità, 18, Roma |
Die „Mund der Wahrheit“ (Italienisch: Bocca della Verità) ist ein antikes Relief, das in eine runde Platte aus Pavonazzo-Marmor (Italienisch: Marmo pavonazzetto) gemeißelt wurde. Das düstere Gesicht einer unbekannten Gottheit befindet sich im Säulengang der Kirche Santa Maria in Cosmedin.
Die Kirche liegt am linken Ufer des Tibers, in einem Bereich mit zahlreichen erhaltenen Bauten aus dem antiken Rom. Wissenschaftler schätzen das Alter des Ortes auf rund 2.200 Jahre – und die Römer sind überzeugt: Unter dem strengen Blick der Maske ist es unmöglich zu lügen!
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ToggleDiese abgenutzte Marmorscheibe wiegt 1.300 kg (etwa 2.800 Pfund), hat einen Durchmesser von 175 cm (etwa 1,75 m) und eine Dicke von 19 cm (etwa 7 Zoll). Der Zweck des Objekts, das ein markantes Gesicht mit durchbrochenen Augen, Nasenlöchern und Mund darstellt, ist bis heute ungeklärt. Am wahrscheinlichsten sind die Theorien, dass es sich entweder um einen antiken Brunnenaufsatz oder um eine Abdeckung eines Kanalschachts aus dem alten Rom handelt.
Auch die dargestellte Figur bleibt ein Rätsel: Oceanus, Triton, der Tibergott oder der Faun – dies sind nur die bekanntesten Vermutungen. Laut dem mittelalterlichen Reiseführer „Mirabilia Urbis Romae“ (11. Jh.) besitzt der Mund der Wahrheit eine orakelhafte Macht. „Führe dein Gegenüber zur Maske des Fauns, und du wirst wissen, ob er die Wahrheit spricht oder dich belügt.“
Im Mittelalter wurde der Mund der Wahrheit als „Lügendetektor“ bekannt – ein Titel, der auf den Dichter Virgilio Grammatico zurückgeht. Dieser praktizierte aktiv Magie und war überzeugt, dass Eheleute durch die Prüfung vor dem steinernen Gesicht die Wahrheit über Treue und Untreue herausfinden könnten.
Im 15. Jahrhundert entstand die Legende, dass weibliche List die Bocca della Verità austricksen könne. Man glaubte, dass eine Frau, die des Ehebruchs verdächtigt wurde, ihre Hand in den Mund des steinernen Gottes legen müsse. Einer Unschuldigen würde nichts geschehen – eine Schuldige hingegen würde ihre Hand verlieren.
Einst wurde eine leichtlebige Frau eines römischen Adligen durch den Mund der Wahrheit auf die Probe gestellt. Als sie gerade ihre Hand in den steinernen Mund legen wollte, rannte ein „heiliger Narr“ aus der Menge, umarmte sie und küsste sie. Nachdem der Verrückte vertrieben war, wurde die Prüfung fortgesetzt. Auf die Frage, ob ein anderer Mann außer ihrem Ehemann sie geküsst habe, verwies die Frau nur auf den Irren.
Sie legte ohne Zögern ihre Hand in den steinernen Mund – und blieb unversehrt. Weder die Richter noch ihr ehrenwerter Ehemann ahnten, dass der angebliche Narr in Wahrheit ihr heimlicher Liebhaber war. Der Name „Mund der Wahrheit“ wurde der Scheibe Mitte des 15. Jahrhunderts verliehen. Im Jahr 1632 wurde sie von Papst Urban VIII. Barberini erstmals vertikal aufgestellt – zunächst vor der Kirche, später unter den Säulengang verlegt.
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Im 15. Jahrhundert nutzte der dänische Kupferstecher Lucas van Leyden das Motiv der Bocca della Verità in seiner Werkreihe „Die Macht der Frauen“ als dekoratives Element. In englischsprachigen Ländern wurde der Mund der Wahrheit 1953 durch den Filmklassiker „Ein Herz und eine Krone“ („Roman Holiday“) bekannt.
Interessanterweise diente das antike Artefakt als Sprachrohr der Wahrheit für die Figuren von Gregory Peck und Audrey Hepburn, da beide nicht ehrlich zueinander waren.
Im Jahr 2000 wurde eine Szene aus „Ein Herz und eine Krone“ im japanischen Film „Sleeping Bride“ von Hideo Nakata nachgestellt. Auch im US-amerikanischen Melodram „Only You“ mit Robert Downey Jr. und Marisa Tomei findet sich eine ähnliche Referenz.
1968 veröffentlichte der amerikanische Autor Robert Silverberg seinen futuristischen Roman „Nightwings“. Die Handlung spielt in einer futuristischen Version Roms – und der Höhepunkt des Romans findet vor der Bocca della Verità statt, wo die Hauptfiguren ihre Geheimnisse offenbaren.
Zudem wird das Abbild der Maske als Dekoration für elektronische Automaten verwendet, die von der Firma DPS-Promatic hergestellte Vorhersage-Tickets ausgeben. Diese mechanischen Orakel sind in Italien, Großbritannien, Spanien, China, Japan und der Türkei verbreitet. Auch in botanischen Gärten in den USA und Frankreich finden sich Nachbildungen der geheimnisvollen antiken Scheibe.
Autor: Artur Jakucewicz
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