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Verfasst von: Kate Zusmann

Das Kolosseum in Rom ist mit „mysteriösen“ Löchern übersät, doch die meisten davon sind keineswegs rätselhaft. Es sind die Spuren eines systematischen Steinraubs nach der Antike, als das Bauwerk nicht mehr als Arena genutzt wurde und allmählich zu einem leicht zugänglichen Steinbruch wurde.
Viele der Löcher entstanden, als Menschen die Eisenklammern und Metallbeschläge herausbrachen, die einst das Bauwerk und seine dekorativen Elemente zusammenhielten.
Beim Bau verbanden die Baumeister schwere Travertinblöcke mit Eisenklammern und -dübeln, die in eigens dafür ausgemeißelten Vertiefungen saßen. Diese Metallverbindungen hielten die Mauerwerksschichten zusammen und befestigten Bauelemente, ohne dass dafür dicke Mörtelfugen erforderlich waren. Als Roms Bevölkerung und Ressourcen nach der Blütezeit des Römischen Reiches zurückgingen, wurde Eisen wertvoll. Im Laufe der Zeit meißelten Arbeiter den Stein auf, um das Metall herauszuholen. Dabei entstanden häufig die charakteristischen rechteckigen oder keilförmigen Vertiefungen, die noch heute überall an den Mauern zu sehen sind.
Andere Löcher gehen auf eine zweite Phase der Wiederverwendung zurück. Das Kolosseum war einst großflächig mit Marmorverkleidungen und dekorativen Steinelementen ausgestattet. Im Laufe der Jahrhunderte wurde ein großer Teil dieses Materials entfernt und an anderen Orten in Rom wiederverwendet. Travertinblöcke und Marmor aus dem Amphitheater kamen bei späteren Bauprojekten zum Einsatz, darunter bedeutende Kirchen- und Palastbauten in der Renaissance und danach. Dazu gehörten auch Arbeiten im Zusammenhang mit dem Petersdom.
Auch Naturkatastrophen spielten eine Rolle. Starke Erdbeben – insbesondere im Mittelalter – beschädigten das Bauwerk und führten zum Einsturz großer Teile. Einmal eingestürzt, ließen sich diese Bereiche noch leichter zerlegen und abtransportieren. Die Erdbeben schwächten also das Bauwerk, doch die Menschen entfernten alles, was noch brauchbar war, und hinterließen die „Pockennarben“.
Wenn Sie sich einen umfassenderen Überblick verschaffen möchten – vom Bau unter den Flaviern über die Aufgabe und Wiederverwendung bis hin zur modernen Konservierung –, finden Sie die vollständige Zeitleiste auf Colosseum.how
Autor: Kate Zusmann
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